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LADA-Diabetes häufig verkannt

Typ-2-Diabetiker, die noch relativ jung und schlank sind, könnten in vielen Fällen eine Mischform der Erkrankung haben, einen sogenannten LADA-Diabetes. Etwa zehn Prozent der Menschen, bei denen man von einem Typ-2-Diabetes ausgeht, haben eigentlich die LADA-Variante. Für eine optimale Therapie ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe. 

LADA steht für die englische Bezeichnung „Latent autoimmune diabetes in adults“. „Man könnte es als Mischform zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes beschreiben, da Kennzeichen beider Erkrankungen vorhanden sind“, erklärt Professor Dr. Michael Hummel, Diabetologe aus Rosenheim. Aus diesem Grund wird der LADA häufig nicht gleich diagnostiziert, sondern zunächst für einen Typ-2-Diabetes gehalten.

Menschen mit LADA sind in der Regel über 30 Jahre alt und produzieren im Anfangsstadium der Erkrankung – im Gegensatz zum klassischen Typ-1-Diabetes – noch ausreichend körpereigenes Insulin. Auf den ersten Blick entspricht dies eher den Kriterien eines Typ-2-Diabetes. Anders als die meisten dieser Diabetiker handelt es sich jedoch hauptsächlich um schlanke Patienten. Ein weiterer maßgeblicher Unterschied: Bei den Betroffenen richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, also ein ähnlicher Vorgang wie bei einem Typ-1-Diabetes. Das heißt, die Zellen werden nach und nach zerstört, bis sie kein Insulin mehr produzieren können.

Hummel: „Menschen mit LADA weisen sogenannte Immunmarker auf, die im Blut nachweisbar sind.“ Bei jüngeren, schlanken Menschen mit Diabetes, die schlecht auf blutzuckersenkende Medikamente ansprechen, empfehle sich unbedingt eine Untersuchung auf Antikörper gegen das Enzym Glutamat-Decarboxylase (GAD). Werden GAD-Antikörper bei einer Blutuntersuchung nachgewiesen, handelt es sich um einen LADA-Diabetes. 

Die Diagnose LADA zieht meist nicht unmittelbar eine andere Art der Behandlung nach sich. Es gibt auch noch keine standardisierte Therapie. Entscheidend sei jedoch, den Zeitpunkt für die Insulinumstellung nicht zu verpassen, warnt Hummel. Die Umstellung auf Insulin kann beim LADA im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes allerdings schrittweise erfolgen. Manche Patienten bekommen zusätzlich zu den Medikamenten zunächst einmal am Tag ein Basalinsulin. Andere spritzen zu den Mahlzeiten. Nimmt die körpereigene Insulinproduktion weiter ab, muss die Therapie intensiviert werden. Entscheidend sei jedoch, nicht zu lange zu warten, da schlechte Blutzuckerwerte das Risiko für Spätfolgen erhöhten. 

Außerdem in diesem Heft: Gesunde Auszeit: Fasten in Intervallen +++ GERDA räumt mit Zettelwirtschaft auf +++ Saubere Ohren ohne Wattestäbchen

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"